Wettbewerb Kindergarten Kranebitten, Innsbruck

 

mit: Clemens Bortolotti

geladener Wettbewerb / 2013

Die Lage des Kindergartens an der großen Wiese mit der Orientierung nach Süden, Richtung Tal, ist unglaublich privilegiert. Die großen Bäume, die das Freizeitgelände einrahmen, fassen das Feld und geben ihm die spezifische räumliche und atmosphärische Prägung.

Diese klare räumliche Situation wird durch die Anordnung des Kindergartens an die Geländekante im Norden erhalten. Der schräge Verlauf der Grundstückgrenze wird durch die Südseite des Baukörpers “begradigt“, somit muss das Feld nicht zerstückelt werden, es werden Resträume vermieden, und die Aufteilung in öffentlich und “halböffentlich“ (Kindergarten) genutzte Bereiche ist eindeutig geklärt.

Der Baukörper schmiegt sich in die Böschung und verwächst so mit dem Gelände.

Die den Gruppenräumen zugeordneten Freibereiche werden in den Baukörper integriert, sodass der Kindergarten samt seinen Außenanlagen in seinen klar definierten Grenzen autark funktioniert und damit keine weiteren Freibereiche des Freizeitgeländes belegen muss.

Innerhalb dieser definierten Grenzen jedoch verweben sich Freiräume mit den Innenräumen, mit den Nischen und Ecken, mit den Gruppenräumen und den Nestern zu einem komplexen Ganzen.

Räume können durch mobile Trennelemente und Möbel verbunden und geteilt werden. Verschiedene Gruppengrößen finden in unterschiedlich maßstäblichen Raumzonen Platz: die Gesamtgruppe im Gruppenraum, beim Spezialangebot (Märchenerzähler, Zauberin, …) im Teilungsraum, die Buben toben im Bewegungsraum, die zwei Freundinnen treffen sich im Nest, …

Auch die Freibereiche werden in unterschiedliche Zonen zerstückelt: Sandkiste, Sitzkissen unterm Baum, Wasserstelle zum Pritscheln (im Sommer), Hochbeet (Salat für den Mittagstisch), …

Auf eine ausreichende Beschattung sowohl der Freibereiche, aber auch der möglichst transparent gehaltenen Fassaden wird geachtet (siehe Schemaschnitt).

Die mit Holz gebauten Räume erhalten ein etwas angehobenes und damit perfekt hinterlüftetes Dach, das mit dem beweglichen Sonnenschutz sommerliche Überhitzung ausschließt.

Die Qualitäten der Bauteile (Verglasung, Wand, Dach) hinsichtlich energetischer Gesichtspunkte können je nach Motiviertheit der Bauherren perfektioniert und angepasst werden.

Der Vorhaltebereich für eine späteren Ausbau der dritten Gruppe wird vorerst als überdeckter Spielfreibereich im Westen der Anlage angeboten.



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