Wettbewerb Erweiterung Bundesgymnasium Seekirchen

mit: Clemens Bortolotti

EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb / 2009

 

Der Haupteingang – das Foyer – die Garderoben

Die klare und großzügige Strukturierung der Schule in den Obergeschoßen soll im Erdgeschoßbereich ihre Entsprechung finden.
Derzeit tauchen die Schüler räumlich etwas beengt schon nahe dem Straßenbereich ins Untergeschoß zur Zentralgarderobe ab. Es gibt keinen wirklichen Haupteingang, kein Foyer wo sich die Schule präsentieren könnte.
Der vorliegende Entwurf sieht vor, den überbauten Bereich neben dem Turnsaal zum Foyer umzugestalten.

Mit diesem neuen Eingangsbereich können mehrere Probleme mit einer Baumaßnahme zugleich gelöst werden:

1.
Ein Haupteingang für alle. Man betritt die Schule über einen der Größe der Schule entsprechenden überdachten Vorbereich (der auch als witterungsgeschützte Freifläche für die Pause dienen kann).

2.
Ein Foyer, dessen Größe ebenfalls der der Schule entspricht, funktioniert als zentraler Verteiler von dem aus alle Bereiche der Schule barrierefrei erreicht werden können.

Die Schüler gelangen am Morgen und verlassen am Abend die Zentralgarderobe über das neue Foyer. Lehrer und Besucher können die Schule ebenfalls über das Foyer betreten.

Auch der Mehrzwecksaal, die Tagesbetreuung und der Turnsaal werden von hier aus erschlossen.

3.
Durch präzise gestaltete Durchblicke und Blickachsen kann die Orientierung im Schulgebäude optimiert werden.

4.
Ein neuer Luftraum belichtet den entsprechend der Schülerzahl großzügig gestalteten Abgang zur Zentralgarderobe und verbindet den Zugang zum Turnsaal räumlich mit dem Foyer.

5.
Im Foyer kann sich die Schule nun adäquat präsentieren. Neben ausreichend Platz für temporäre Ausstellungen gruppieren sich für den Ankommenden attraktive Nutzungen wie Bibliothek, die dazugehörigen Leseplätze, Werken, textiles Werken und die Zeichensäle mit den ihnen zugeordneten Schausammlungen um den neuen Eingangsbereich. das Foyer wird zum Schaufenster der Schule.
Nebenbei werden die oben genannten Funktionen (WE, BE) hier (am richtigen Ort) zu einer Einheit zusammengefasst.

6.
Das Foyer wird auch zum wertvollen, belebten Pausenbereich für die Schüler, wo nicht nur mit der Bibliothek für geistige Nahrung, sonder auch mit dem Buffet für das leibliche Wohl gesorgt wird.
Dieses Buffet kann auch für andere Veranstaltungen (z.B. externe Nutzungen Turnsaal) genutzt werden und liegt nahe dem witterungsgeschützten Freibereich.

Der Städtebau / die Anordnung der Bauteile am Bauplatz / die Erscheinung

Der Zubau der neuen Oberstufe wird an der Nordseite des Bestandes angeordnet.
In den Obergeschoßen ist er über die vorhandene großzügige innere Erschließungszone mit dem bestehenden Schulgebäude verbunden. Die Erschließungszone findet im Neubau ihre Fortsetzung und ihren Abschluss.

Nach außen hin als eigenständiger Gebäudeteil formuliert ist die neue Oberstufe deutlich ablesbar. Dies wird auch durch die plastische Gestaltung der Fassade (die ja auch beim Bestand plastisch ausformuliert ist) betont.

Gemeinsam mit der bestehende Schule und der niedrigen Erschließungszone ergibt sich ein Ensemble, das dem derzeit eindimensionalen, additiv entlang einer Längsachse sich entwickelnden Baukörper eine räumliche Tiefe gibt. Es entsteht ein Schulkomplex.

Die Erschließungszone im Westen, die den neuen Bauteil mit dem Foyer verbindet ist nach außen hin als niedrige verglaste „Veranda“ lesbar, bietet also eine angenehme Maßstäblichkeit für den Haupteingang und die anschließenden Freibereiche.

Der neue Schulkomplex gestaltet sich also im Erdgeschoß als funktionelle und räumliche Einheit von öffentlicheren Nutzungen wie Foyer, Bibliothek Turnsaal, Mehrzwecksaal, Sonderklassen (BE, Werken), Tagesbetreuung und Pausenflächen im „tiefen“ Grundriss organisiert.
In den Obergeschoßen befinden sich die Stammklassen klar strukturiert und geordnet in Unter- und Oberstufe.

Die Konstruktion

Entsprechend den Vorgaben das Projekt ökologisch nachhaltig zu entwickeln wird der Erweiterungsbau aus Holzwerkstoffen konstruiert.
Statisch konstruktiv beanspruchte Gebäudeteile werden massiv, Gebäudeteile an die thermische Ansprüche gestellt werden (Fassaden) als gedämmte Leichtbaukonstruktionen ausgebildet.

Holz als leichte Konstruktion, die günstige thermische und gerade für eine Schule sympathische bauphysikalische und bauhygienische Eigenschaften aufweist.



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